Privat- vs. Blogosphäre

Ich glaube, ich kann mich als offene, fröhliche, wenig introvertierte Person beschreiben, die auch gerne gibt und von sich erzählt. Gleichzeitig bin ich aber auch jemand, der die „Fassade“ nach aussen hin meist aufrecht erhält, egal was für ein Sturm auf der anderen Seite gerade herrscht. Schlechte Laune oder ein miesepetriges Gesicht werden die wenigsten von mir kennen – bis auf den Liebsten natürlich, der darf das gerne und oft mitbekommen ;-).  Es gilt also die Parole: Privatsphäre ist meins, meins, meins!

Das steht jetzt aber, wie ich in den letzten Wochen bemerken musste, diametral zu meinem „Blogprojekt“. Sprich: ich hätte dieses und jenes zu erzählen, aus Deppenhausen vom Job, vom Mäuseherz, von mir, über diverse Problemchen die man halt so als Mutter, Hausfrau, Ehefrau, Liebste, Arbeitnehmende, Freundin usw. hat. Das einzige worüber ich aber blogge sind Handarbeiten, Klettern, Anekdoten mit der Prinzessin – oder gar nichts.

Ich merke dass ich mit dieser Offenheit und Öffnung mal so gar nicht zurecht komme, obwohl ich es mir eigentlich wünsche. Da herrscht ein innerer Konflikt, den ich bislang noch nicht beilegen konnte. Einerseits kann das Bloggen hervorragend als Ventil dienen: Probleme und Fragen können formuliert werden, Ärger runtergeschrieben, Heiterkeit geteilt. Andererseits frage ich mich immer: wer will das lesen? Wen interessiert es oder hat es zu interessieren? Wer bin ich, dass ich das private Zeug ent-privatisiere und es der Welt „aufdränge“? Versteht mich nicht falsch, ich bin keinesfalls der Meinung dass jemand meines Blogrolls mir oder jemand anderem etwas aufdrängt, ich wähle ja selbst aus was ich lesen möchte und was nicht. Aber dieser Gedankengang sitzt mir halt trotzdem auf der Schulter und nervt.

Und so schreibe ich die meisten Gedanken eben nicht nieder. Ich bewundere all jene die so scheinbar unbekümmert einen Teil ihres Lebens und ihrer Gedankenwelt preisgeben, und mich so auch an ihrem Leben teilhaben lassen.  Aber irgendwie kriege ich die Kurve nicht, selbst so grosszügig mit meinen Gedanken, Erfahrungen und Problemen umzugehen…

Wie geht ihr damit um? Habt ihr ähnliche Gedanken, behaltet ihr trotz des öffentlichen Gedankens der Blogosphäre noch viel für euch? Oder ist es für euch wie ein Tagebuch, und ihr blendet den öffentlichen Aspekt grösstenteils aus?

Advertisements

3 Antworten to “Privat- vs. Blogosphäre”

  1. Jinlys Says:

    Hey, denk nicht ich hätte vergessen, hierzu etwas zu schreiben!

    Ich hänge nur gerade etwas in den Seilen und bin noch nicht dazu gekommen, ein bisschen länger darüber nachzubrüten. Kommt aber noch!

    *umarm*

  2. Gebloggt « Jinlys Says:

    […] By Jinlys Loretta stellt viele Fragen über das […]

  3. Gebloggt « Mairlynd Says:

    […] 2010 Gebloggt Posted by Mairlynd under Blog, Die Welt da draußen, Über mich [3] Comments  Loretta stellt viele Fragen über das […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: