Archive for the ‘Die Gedanken sind frei….’ Category

Verständnisproblem

17. August 2010

Vor ein paar Tagen habe ich es bei Mairlynd gelesen, und gestern bei Frau Löwenkind: „Vom Paar mit Kind zur Familie“…. und es befremdet mich ein wenig. Ist man als Paar mit Kind keine Familie? Wo liegt der Unterschied? So wie das geschrieben ist, klingt es wie ein Schritt den man vollzieht, der eine Haus- und Lebensgemeinschaft von etwas unvollständigem oder nicht so ganz gutem/richtigem in etwas Vollständiges, Gutes verwandelt. Wo soll der Unterschied sein? Sollten Eltern nicht immer auch ein Paar mit Kind sein, also neben ihrer Eigenschaft als Eltern auch noch ihre Eigenschaft als Partner behalten? Gibt man als Teil eines (Liebes-)Paar beim Eintritt in die Elternschaft die Eigenschaft als Partner ab, und wird dadurch nur noch Vater oder Mutter? Oder wie kann man so eine Aussage verstehen?

Es lässt sich darüber diskutieren ob einem Paar ohne Kind etwas fehlt oder nicht, aber dennoch bleibt ein Paar mit Kind doch zuallerst einmal das: ein Paar mit Kind. Zumindest sollten sie es bleiben, denn wenn ein Paar einmal nicht mehr ein Paar ist, sondern nur noch Vater und Mutter – was wird dann aus der Familie, aus dem Kind? Sollte man nicht als Elternteil auch die Verpflichtung gegenüber sich und den anderen Familienmitgliedern haben, dafür zu sorgen dass die der Familie zugrunde liegende Partnerschaft & Liebe weiterhin besteht, und neben all dem ganzen Alltag am Leben bleibt? Wie viele Familien gehen jährlich auseinander, weil das Paar mit Kind eben kein Paar mehr ist?

Ich bin Mutter einer dreijährigen Tochter, die ich sehr liebe. Ein Leben ohne sie kann und will ich mir nicht mehr vorstellen. Dennoch weiss ich die gelegentlichen Auszeiten von der Elternschaft (die wir uns dank liebevoller Grosseltern für das Mäuseherz auch nehmen können) mehr als zu schätzen, weil sie uns Gelegenheit geben, unsere Partnerschaft zu pflegen. Weil wir uns Zeit nehmen können, uns auf unsere Liebe und Freundschaft zu besinnen, die im Alltagstrott und -stress mitunter zu kurz kommen, und die doch erst die Grundlage für unsere Familie bilden. Weil ich in diesen Zeiten mir auch bewusst machen kann wie schön es ist ein Paar mit Kind, mit unserem Kind, zu sein und wie sehr die Prinzessin unser Leben bereichert.

Für mich klingt diese Formulierung „..vom Paar mit Kind  zur Familie…“ abwertend. Ich bin nicht nur Mutter, ich bin auch Partnerin und Ehefrau meines Mannes. Deshalb sind wir ein Paar mit Kind. Natürlich sind wir auch eine Familie. Aber wir bleiben ein Paar.

(Ich unterstelle keinesfalls den oben genannten dass sie es so gemeint haben wie ich es hier ausführe. Die Formulierung ist mir einfach aufgestossen 😉 )

Mutter sein…

27. Juli 2010

… ist zwar vermutlich für jeden ein wenig anders, so wie Kinder alle verschieden sind. Aber dennoch bringt die Mutterschaft wohl doch so einiges an universellen Erfahrungen die für die mesten ähnlich verlaufen –   so wie Kinder halt doch vor allem eins sind: Kinder, und damit doch alle ähnliche Entwicklungen durchlaufen.

Schön zu wissen dass es anderen ähnlich geht 😉

8. Juli 2010

Was mir gerade so durch den Kopf geht (mir gehen beim Texten immer die absonderlichsten Dinge durch den Kopf, nur meist nicht das, worüber ich texten soll -.-):

Eigentlich, also eigentlich muss man beim Stricken nur drei Sachen können:

  • Rechte Maschen
  • Linke Maschen
  • Umschläge

Alles andere ist doch eigentlich nur immer eine Variation dieser drei Elemente. Und ich finde, wenn man das im Hinterkopf behält, ist Stricken eigentlich wirklich leicht. Ganz anders als Häkeln. Da muss man immer mit den ganzen Umschlägen variieren, mal alle abhäkeln, dann nur einen, dann mehrere ausser dem letzten… Ausserdem lassen sich Strickschriften meiner Meinung nach noch ganz einfach lesen, und Strickmuster sowieso. Anders als Häkelmuster!

Ich meine – wer bitte hat das Häkelmuster erfunden? Was für ein Psychopath war das denn bitte? Ich bekomme da regelmässig Knoten in der Zunge und schaffe es dann doch nicht ein ordentliches Häkelstück hinzubekommen. Erstens sieht das aus wie Mäuseherzkrakeleien. Wo bitte soll man da Anfang und Ende finden? Zweitens weiss ich nie in welche Masche ich nun die…äh, was war das nochmals? – eine gedoppelnoppelte Halbestäbchenmasche mit Kettmasche – einstechen soll, und drittens weiss ich nie ob jetzt der Strich mit 2 Strichen zuerst gehäkelt wird, oder nicht doch der etwas längere Strich mit 3 Strichen….

(Merkt man dass die Hitze konstruktives Denken vereitelt?)

Privat- vs. Blogosphäre

1. März 2010

Ich glaube, ich kann mich als offene, fröhliche, wenig introvertierte Person beschreiben, die auch gerne gibt und von sich erzählt. Gleichzeitig bin ich aber auch jemand, der die „Fassade“ nach aussen hin meist aufrecht erhält, egal was für ein Sturm auf der anderen Seite gerade herrscht. Schlechte Laune oder ein miesepetriges Gesicht werden die wenigsten von mir kennen – bis auf den Liebsten natürlich, der darf das gerne und oft mitbekommen ;-).  Es gilt also die Parole: Privatsphäre ist meins, meins, meins!

Das steht jetzt aber, wie ich in den letzten Wochen bemerken musste, diametral zu meinem „Blogprojekt“. Sprich: ich hätte dieses und jenes zu erzählen, aus Deppenhausen vom Job, vom Mäuseherz, von mir, über diverse Problemchen die man halt so als Mutter, Hausfrau, Ehefrau, Liebste, Arbeitnehmende, Freundin usw. hat. Das einzige worüber ich aber blogge sind Handarbeiten, Klettern, Anekdoten mit der Prinzessin – oder gar nichts.

Ich merke dass ich mit dieser Offenheit und Öffnung mal so gar nicht zurecht komme, obwohl ich es mir eigentlich wünsche. Da herrscht ein innerer Konflikt, den ich bislang noch nicht beilegen konnte. Einerseits kann das Bloggen hervorragend als Ventil dienen: Probleme und Fragen können formuliert werden, Ärger runtergeschrieben, Heiterkeit geteilt. Andererseits frage ich mich immer: wer will das lesen? Wen interessiert es oder hat es zu interessieren? Wer bin ich, dass ich das private Zeug ent-privatisiere und es der Welt „aufdränge“? Versteht mich nicht falsch, ich bin keinesfalls der Meinung dass jemand meines Blogrolls mir oder jemand anderem etwas aufdrängt, ich wähle ja selbst aus was ich lesen möchte und was nicht. Aber dieser Gedankengang sitzt mir halt trotzdem auf der Schulter und nervt.

Und so schreibe ich die meisten Gedanken eben nicht nieder. Ich bewundere all jene die so scheinbar unbekümmert einen Teil ihres Lebens und ihrer Gedankenwelt preisgeben, und mich so auch an ihrem Leben teilhaben lassen.  Aber irgendwie kriege ich die Kurve nicht, selbst so grosszügig mit meinen Gedanken, Erfahrungen und Problemen umzugehen…

Wie geht ihr damit um? Habt ihr ähnliche Gedanken, behaltet ihr trotz des öffentlichen Gedankens der Blogosphäre noch viel für euch? Oder ist es für euch wie ein Tagebuch, und ihr blendet den öffentlichen Aspekt grösstenteils aus?

Kinder als Belästigung?

9. Februar 2010

Manchmal ist es erschreckend was in unserer Gesellschaft von Eltern mit Kind gehalten wird.
Hier ist der zweite Teil zum gestrigen Blog über das Kinder(wagen)verbot im Mamablog. Beim Lesen der Kommentare geht mir regelmässig die Hutschnur hoch.
Ist es wirklich so, dass wir als Eltern mit unseren Kindern zuhause bleiben sollen, weil es allesamt unerzogene Gören sind, wenn sie sich wie Kinder verhalten?
Ist es das, was wir als Eltern erfahren wenn wir mit Kindern unterwegs sind? Dass sie unerwünscht sind, weil laut?
Und dass wir, als Eltern, mangelnde Kinderstube und fehlende Sozialkompetenz präsentieren, weil wir die Kinder nicht am Gängelband halten sobald sie sich in der Öffentlichkeit bewegen?

Diskussion

26. Januar 2010

Der Ärger über Chef und Job vereinnahmt mich total. Selbst zuhause, beim Einschlafen, nach dem Aufstehen, beim Kaffeetrinken – ich ärgere mich.
Ich bin mir nur nicht sicher worüber ich mich nun genau ärgere – über das absolut unterirdische persönliche und professionelle Verhalten meines Chefs, seinen Kontrollwahn, sein Unvermögen Kompetenzen zu übergeben, seine Unhöflichkeit – oder doch über mich selbst, meine Inkonsequenz das ganze einfach hinzuwerfen?
Erst neulich habe ich mich dabei ertappt, wie ich mir vorstellte wie es wäre Vollzeit-Mama zu sein.

Ich.

Ein eindeutiges Zeichen dass ich nicht ganz zufrieden mit der aktuellen Situation bin. Ich mache mir zunehmend Vorwürfe, dass ich meine Zeit in dieser Bude vergeude, die ich tatsächlich viel besser mit meiner Tochter verbringen könnte.
Aber anstatt für sie ein hübsches Karnevalskostüm zu nähen, sitze ich in diesem Loch an einem wackligen Schreibtisch und mache Arbeiten von denen ich weiss, dass ich sie in kurzer Zeit sowieso vollkommen überarbeiten muss weil wieder einmal alles geändert hat.
Anstatt mit ihr zu spielen, zu kochen, zu malen und ihr vorzulesen lasse ich mir erzählen dass ich nicht genug Einsatz bringe weil ich ja nur meine 80% arbeite (für die ich übrigens auch kein besonders grossartiges Gehalt bekomme).

Und warum mache ich das ganze?
Weil ich weiss dass ich zuhause über kurz oder lang unglücklich werde. Weil ich gerne arbeite und den (zugegebener Massen aktuell sehr geringen) intellektuellen Anspruch brauche. Weil es schwer ist einen neuen Job zu finden, und ich mich nicht selbst durch eine Kündigung in die Arbeitslosigkeit manövrieren will. Und weil ich nicht vor so einem Vollpfosten kapitulieren will. Und das wäre es. Eine Kündigung käme einer Kapitulation gleich.

Und ganz egal wie sehr ich meine Tochter liebe, sie mein Leben
bereichert und es vollständig macht – nur Muttersein erfüllt mich nicht. Ich würde unglücklich werden, zur Glucke mutieren und Fred, dem Mäuseherz und vor allem mir selbst tierisch auf die Nerven gehen.

Deshalb bin ich immer noch hier. Aber ist es die richtige Entscheidung?

18. Januar 2010

Eine Familie mit Kind.
Das Paar trennt sich. (Heute habe ich hier gelesen dass sich jedes zweite Paar trennt. Ist das wirklich so? Schreckliche Vorstellung.)
Das Kind, inzwischen 8-9 Jahre alt, wird zum Spielball der Erwachsenen: beide versuchen (irgendwo nachvollziehbar) das Kind auf seine Seite zuziehen und den anderen (und hier wirds eklig) runter zu machen. Der eine mit undeutlichen Drohungen (am liebsten würde ich … dies und jenes tun), der andere mit falsch verstandener Überfürsorge.
Das beschränkt sich nur leider nicht auf die Eltern, das geht noch weiter. Die Grosseltern spielen fleissig mit. Es hat ja soviel schmutzige Wäsche die das brave Kindlein zwischen den Parteien hin- und hertragen darf.

Und keiner schafft es, obwohl vermutlich alle „um das Wohl des Kindes besorgt“ sind, auch nur einen Gedanken an das wirkliche Wohl des Kindes zu verschwenden. Lieber wird sich gestritten und gezankt, während die Kleine vermutlich einen seelischen Schaden fürs Leben davon abbekommt. Aber Hauptsache, jeder hat Recht.

Wo kommt man denn hin, wenn man das Wohl des Kindes vor das eigene stellt? Am selben Strang ziehen? Iwo, auch nicht für das Kind.
Neinein, so ein Kinderrücken eignet sich fantastisch als Austragungsort.

Sprachlos war ich. Und wütend.

Am liebsten hätte ich gesagt: Gebt sie mir. Oder sonst wem, aber lasst das arme Kind in Ruhe.
Lasst das Kind Kind sein.

Selbst jetzt könnte ich vor Wut und Hilflosigkeit immer noch schreien.

Nur so ein Gedanke…

9. Dezember 2009

Die Schweinegrippe beschäftigt uns ja jetzt schon seit längerer Zeit, aber Einigkeit herrscht nirgends darüber. Soll man sich impfen lassen, weshalb soll man sich impfen lassen, was ist wenn die zweite Grippewelle schlimmer als die erste wird….wohlbekannte Rhetorik.

Heute mittag hat sich aus einer versteckten Hirnwindung folgender Gedanke hervorgewagt:
Weshalb sollte die/eine zweite Schweinegrippewelle schlimmer sein als die erste? Weil der Virus mutiert ist? (Oder weil, wie der Bünzli von der Hinterbank meinte, die Bevölkerung weniger aufmerksam ist als bei der ersten Welle?) Wie schnell mutiert so ein Grippevirus überhaupt? Kann das innerhalb weniger Wochen und Monate geschehen?
Ja gut, weiter im Gedankenmarsch – wenn nun also der Virus mutiert ist…. bräuchte es dann nicht eine neue Impfung? Denn wie wir aus der Grippepropaganda wissen, benötigt man aufgrund der Virenmutation jedes Jahr eine neue Impfung, um gegen den aktuellen Grippestamm geimpft zu werden.
Da bin ich dann so geimpft [sic!] gegen den momentanen Schweinegrippevirusstamm (ich liebe die deutsche Sprache für solche Wortkonstruktionen), und dann mutiert das Ding. Unerhört. Und was passiert dann? Kommt die zweite Grippewelle mit verbessertem Virus dann auf mich zu, und die Impfung gegen die Originalversion schützt mich dann noch? Oder wie funktioniert so etwas im Normalfall?
Oder wäre dann eigentlich eine weitere Impfung notwendig?
Fragen über Fragen, die mich darin bestätigen meine Impfdosis da zu lassen wo sie hingehört. Nämlich beim Arzt.